Romantikstile

Viktor Gulenko hat vier Gruppen von Romantikstilen vorgeschlagen, die auch als „erotisches Verhalten“ oder „erotische Einstellungen“ bezeichnet werden. Andere Sozioniker, wie Valentina Meged und Aleksander Bukalow, haben auch darüber geschrieben, wie der Soziotyp das Verhalten in intimen Beziehungen beeinflusst, allerdings beschreiben sie typisches Verhalten innerhalb der Quadras. Gulenkos Ansatz bestand darin, eine Gemeinsamkeit zwischen Soziotypen verschiedener Quadras zu finden. Alle Interpretationen in diesem Bereich gehen davon aus, dass der größte Grad an Kompatibilität zwischen dualen Paaren besteht.

Victor Gulenkos Romantikstile werden durch das irrationale Element in den Ich-Funktionen des Individuums definiert:

– die Aggressiven. Sie haben die Willenssensorik in ihrem Ich-Block: SLELSISEE, ESI

– die Viktimen. Sie haben die Zeitintuition in ihrem Ich-Block: EIEIEILIE, ILI

– die Fürsorglichen. Sie haben die Empfindungssensorik in ihrem Ich-Block: ESESEILSE, SLI

– die Kindlichen. Sie haben die Möglichkeitsintuition in ihrem Ich-Block: ILELIIEII, IEE

„Romantische Stile“ beziehen sich speziell auf romantische / sexuelle Interaktion – zeigen körperlicher Anziehung, Interesse und Verlangen, Flirten und sexuelles Verhalten in romantischen Beziehungen. Diese Stile gelten viel weniger für Beziehungen zwischen Freunden oder Geschäftspartnern.

Besonderheiten talentierter Menschen

(Auszug aus „Lebensszenarien. Von ethischen Gefühlen zu sensorischen Wünschen“ von Viktor Gulenko)

Zum Schluss möchte ich Ihre Aufmerksamkeit auf die Tatsache lenken, dass psychoanalytische Gruppen einen erheblichen Altersunterschied zwischen den Ehepartnern aufweisen, der nicht sozial ist (Material- und Geldberücksichtigung), sondern ausgeprägte psychoanalytische Wurzeln hat. Ich erinnere an eine bekannte Tatsache, dass männliche Künstler (Dichter, Schauspieler, Maler, Philosophen usw.), besonders die talentiertesten unter ihnen, häufig als Freundinnen und Gattinen Frauen wählen, die viel älter als sie sind. Warum?

Allem Anschein nach ist künstlerisches Schaffen mit der starken Entwicklung der intuitiven Funktionen verbunden, entweder die Zeit– oder Möglichkeitsintuition. Und das bedeutet, wie wir schon wissen, die Zugehörigkeit zu den Gruppen der kindlichen und viktimen Soziotypen. Darüber schreibt auch Eric Berne, der den schöpferischen Grundsatz im Menschen mit dem Ego-Zustand „Kind“ verbindet. Soziotypen mit einer starken Zeit- oder Möglichkeitsintuition brauchen den Schutz von sensorischen Soziotypen, die erfahren und praktisch im Leben sind. Die Lebenserfahrung kommt mit den Jahren, deshalb wählen besonders kreative Intuitive als Lebensgefährten einen reifen Menschen.

Beispiele

J.W. Goethe fand eine Geliebte in der Person Charlotte von Stein, die sieben Jahre älter war als er. Der deutsche Philosoph F. W. Schelling war zehn Jahre jünger als seine Auserwählte Caroline Schlegel. Zur Gefährtin von Salvador Dali wurde die Russin Jelena Dmitrijewna Djakonowa, die 20 Jahre vor ihm geboren wurde.

Anmerkung des Seitenbetreibers: Ein modernes Beispiel dieser These sehe ich in Emmanuel Macron (EIE), dessen Lebensgefährtin Brigitte Macron (LSI) 24 Jahre älter ist. Sie befinden sich meiner Einschätzung nach in einer dualen Beziehung.

Als normaler wird die Tatsache wahrgenommen, dass reife Männer, die ein Unternehmen oder eine politische Organisation leiten (in der Regel ethische und sensorische Typen) ganz junge Freundinnen heiraten, oft ihre Sekretärinnen. Zum Beispiel heiratete der Leiter der palästinensischen Befreiungsorganisation PLO Jassir Arafat mit 63 Jahren die 29-jährige Sucha Tawil. Zur Gattin des deutschen Außenministers Hans-Dietrich Genscher wurde seine Sekretärin Barbara.

Man kann mir erwidern: dies geschieht wegen des Strebens junger Damen nach materiellem Wohlstand. Aber das bestätigt nur, dass soziale Muster in typologisch bedingten individuellen Tendenzen wurzeln. Einen viel jüngeren Lebenspartner wählen nämlich die besonders aktiven und erfahrenen sensorischen Soziotypen, die zu den Gruppen der Aggressiven und Fürsorglichen gehören. Es zieht sie instinktiv zu Jungen und Unreifen, die ihre Schirmherrschaft brauchen und ihre Kraft und Erfahrung verehren werden.

Jedoch gibt es keine Regel ohne Ausnahme, besonders wenn es sich um das geheimste Menschengefühl handelt, das jedes Wunder schaffen kann.

Kiew, 12.12.1992