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Auf dieser Seite möchte ich eine Reihe eigener Beiträge zur Sozionik oder Typologie veröffentlichen, in denen ich meine Perspektiven und Einstellungen etwas näher erläutern möchte. Am 31.10.2023 habe ich meinen ersten, längeren Beitrag zur Sozionik veröffentlicht, und ich möchte gelegentlich noch weitere Artikel verfassen, allerdings wird es eher sporadisch und über längere Zeitspannen geschehen. Der erste Artikel ist 23 Seiten lang und wurde über vier Monate verfasst. Ich glaube, manche Dinge hätte ich noch etwas besser und ausführlicher beschreiben können, aber insgesamt bin ich mit dem Resultat zufrieden. Es ist empfehlenswert, vor dem Lesen des Artikels einige Grundkenntnisse der Theorie zu besitzen.
Ich wünschte, ich könnte mehr visuelle Elemente auf dieser Webseite zeigen, aber die derzeitigen Urheberrechtsgesetze in Deutschland machen dies für mich praktisch unmöglich. Im nächsten Bereich befindet sich eine Liste mit Typenbeispielen zu einem Typ, der in meinen Augen unsere derzeitige Art zu leben sehr stark geprägt hat.
Insgesamt würde ich aber sagen, die Sozionik selbst interessiert mich nicht mehr ganz so stark wie in 2015. Ich schreibe seit langer Zeit an zwei verschiedenen Artikeln, aber ein Teil von mir möchte sich von der Theorie trennen, da sie zwar intellektuell interessant ist, aber in meinen Augen zu viele Fehler beinhaltet. Wenn man sich zum Beispiel die Quadra-Definitionen der Sozionik anschaut, wirken sie eher wie der politische Kompass. Ich glaube, über die Jahre haben einfach zu viele Forscher zu viele Aspekte eingeführt, die empirisch gesehen wenig Sinn machen. Schaut man nur auf die Dynamiken der 16 Typen, sind sie einfach zu wenig, um acht Milliarden Menschen akkurat zu erfassen. Man kann eigentlich gar keine detaillierten Beschreibungen erstellen, da sich sich in der Realität unweigerlich widersprechen werden. Man kann die Typen in meinen Augen nur als sehr breite Kategorien verstehen, als eine Art „Schicht“, die unabhängig von der „Persönlichkeit“ operieren muss. Wie viele „Schichten“ der Psyche gibt es dann und könnten sie viel mehr beeinflussen, wie wir mit anderen interagieren oder uns verstehen? Was ist fest und stabil und was können wir beeinflussen, oder gibt es überhaupt „feste“ Aspekte?
Mich interessiert aber trotzdem noch die introvertierte Intuition (Ni), die in der Sozionik als Zeitintuition beschrieben wird. Ursprünglich hat Carl Gustav Jung sie als Wahrnehmungsfunktion gesehen, die innere Bilder, Visionen und Informationen im Unterbewusstsein erzeugt, Potenziale erkennt und erahnen kann, wie sich die Dinge in der Zukunft entwickeln. Er bringt sie mit der Wahrnehmung von Künstlern, Visionären und Mystikern in Verbindung. Ich frage mich sehr, wie diese „Funktion“ unsere Art zu leben beeinflusst haben könnte. Wenn sie wirklich mit der Wahrnehmung von Prozessen über die Zeit hinaus in Verbindung steht, könnte dann nicht die Landwirtschaft, die vor 10.000 Jahren entstanden ist und durch die Nahrung für den Menschen „in die Zukunft“ (heute säen, später ernten) verschoben wurde, mit der Zeitintuition entstanden sein? Unsere derzeitige globale Zivilisation, die nach dem Zweiten Weltkrieg geschaffen wurde, besteht in vielen Teilen aus Abstraktionen. Das Internet, Geld und Börsen (imaginäre Nummern auf einem Bildschirm), „nationale Identitäten“, oder „Nationen“ selbst, akademische Institutionen und „Abschlüsse“, könnten dies alles abstrakte, subjektive oder symbolische Konzepte sein, die durch die Zeitintuition entstanden sind, um unsere Gesellschaft zu organisieren? Könnten nicht sogar Sprache und Schrift durch diese Art der Wahrnehmung erschaffen werden? Wenn Ni in Symbolen denkt, gehören dann nicht auch konkrete Dinge wie z.B. Straßenschilder, Landkarten, Flaggen oder religiöse Zeichen dazu? Werden Religionen vielleicht durch diesen Aspekt der menschlichen Psyche kreiert? Könnten Großstädte voll von introvertiert intuitiven Menschen sein, die wie Motten zum Licht auf der Suche nach Potential dort hingezogen werden, weil dort der größte Raum an Abstraktion und Möglichkeiten zu finden ist? Hat Jung gar keine Typen, sondern nur Untertypen von wenigen Typen identifiziert, die sich zu seinen esoterischen Ideen hingezogen fühlten? Sind Typen vielleicht eher ein Cluster von Persönlichkeitscharakteristika, die sich ab einem gewissen Grad in einem beobachtbaren Rahmen verfestigen?
Ich frage mich persönlich seit Jahren, ob die Zeitintuition nicht mit Perfektionismus und repetitiven Verhaltensweisen, der subjektiven Suche nach „Wahrheit“ und einem Fokus auf Träume, Erinnerungen und „Hoffnung“ zusammenhängt, die wie mit einem Tunnelblick verfolgt werden, sodass sich selbst Menschen mit dem gleichen Typ stark unterscheiden, je nachdem, was sie wie priorisieren. Auf dieser Seite habe ich mittlerweile fast alle kulturellen Figuren als IEI typisiert, und ich frage mich außerhalb meiner abstrakten Intuition, welche kognitive Struktur außergewöhnliche Leistung überhaupt möglich macht, und in vielerlei Hinsicht ist es in meinen Augen repetitives Verhalten. Diese Beobachtung könnte man auch unabhängig von der Typologie beurteilen. Es ist egal, über welches Feld man sich Gedanken macht, ob in der Kunst, der Wissenschaft im Sport oder Schach: Um in diesen Bereichen oft wirklich außergewöhnlich zu sein, braucht man neben Talent eine obsessive Tendenz und Toleranz für Wiederholung, eine Bereitschaft, für minimale Verbesserungen die gleichen Prozesse immer wieder zu wiederholen, bis es sich wie atmen anfühlt, und gleichzeitig auch auch eine Menge Opferbereitschaft, was dem viktimen Stil in der Sozionik interessanterweise ähnelt. Ist es nicht auch in einer Weise eine passende Charakteristik der Zeitintuition, über die Zeit hinaus erinnert zu werden? Für mich stellt sich die Frage, ob diese Eigenschaften gleichmäßig über alle Menschen oder Typen verteilt sind, oder ob alle außergewöhnlichen Leistungen nicht durch einen oder wenige Typen entstehen, die langfristige Spezialisierung und verzögerte Belohnung priorisieren. Sollte sich meine Hypothese als real darstellen, hätte sie in gewisser Weise enorme Konsequenzen, weil dann bestimmte Typen in nahezu jedem Hochleistungsbereich überrepräsentiert sind. Es macht einen auch bewusst, wie unterschiedlich Menschen trotz ihres gleichen Typs sein müssen. Wie beeinflusst die unterschiedliche Wahrnehmung der Zeit unsere Interaktionen mit Menschen?
Für mich gibt es noch eine weitere besondere Dynamik: fossile Brennstoffe. Physisch gesehen sind sie nichts weiter als biologische Komponenten wie Algen, die über einen Zeitraum von Millionen von Jahren durch Photosynthese und Sonnenenergie in Öl, Kohle und Gas umgewandelt wurden. Diese endliche Energie wurde dann seit Ende des Zweiten Weltkrieg dazu genutzt, um unsere Lebensweise zu erschaffen. In gewisser Weise sind fossile Brennstoffe „komprimierte Zeit“, da sie eine sehr lange Zeit gebraucht haben, um zu entstehen und dann explosionsartig entfesselt wurden und eine gleicht Zeitspanne brauchen werden, um wieder aufgefüllt zu werden. Sie werden manchmal als „uralte Sonnenlichtenergie“ beschrieben. Ich denke, viele unserer kognitiven Entwicklungen werden fälschlicherweise als menschlicher Erfindungsgeist beschrieben, wenn es eher auf überschüssiger Energie beruht. Für mich stellt sich immer mehr die Frage, inwieweit sie unsere kognitiven Prioritäten bestimmt. Denken wir Dinge aufgrund unseres Typs, oder weil wir derzeit genug Energie haben, um über etwas anderes als die konkrete Realität nachzudenken? Was passiert, wenn Öl und Gas ab den 2030er Jahren aufgrund des EROI-Verfalls zu teuer und energieintensiv werden, um extrahiert zu werden, und unsere Zivilisation unausweichlich einfacher, lokaler und konkreter wird, weil erneuerbare Energien nicht annähernd eine ähnliche Energiedichte haben? Werden unsere Gedanken dann noch ähnlich sein, oder ist Abstraktion selbst eine energieintensive Anomalie, und nicht „Intuition“ selbst? Wird man dann überhaupt noch überkomplizierte Modelle wie die Sozionik brauchen, um menschliche Verhaltensweisen zu erklären?
Über diese Fragen denke ich viel nach.
Neben dieser Webseite habe ich auch noch einen Youtube-Kanal, auf dem ich gelegentlich Videos in der englischen Sprache veröffentlichen will, allerdings wird es eher sporadisch geschehen.