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Auf dieser Seite werde ich eine Reihe eigener Beiträge zur Sozionik oder Typologie veröffentlichen, in denen ich meine Perspektiven und Einstellungen etwas näher erläutern möchte.
Neben meiner Webseite habe ich außerdem noch einen Youtube-Kanal, auf dem ich gelegentlich Videos in der englischen Sprache veröffentliche:
https://www.youtube.com/@tk-vg6mx
Oktober 2023:
Ich habe meinen ersten, längeren Beitrag zur Sozionik veröffentlicht und ich möchte gelegentlich noch weitere Artikel verfassen, allerdings wird es eher sporadisch und über längere Zeitspannen geschehen. Der Artikel ist 23 Seiten lang und wurde über vier Monate verfasst. Ich glaube, manche Dinge hätte ich noch etwas besser und ausführlicher beschreiben können, aber insgesamt bin ich mit dem Resultat zufrieden. Es ist empfehlenswert, vor dem Lesen des Artikels einige Grundkenntnisse der Theorie zu besitzen.
Ich wünschte, ich könnte mehr visuelle Elemente auf dieser Webseite zeigen, aber die derzeitigen Urheberrechtsgesetze in Deutschland machen dies für mich praktisch unmöglich. Im nächsten Bereich befindet sich eine Liste mit Typenbeispielen zu einem Typ, der in meinen Augen unsere derzeitige Art zu leben sehr stark geprägt hat:
September 2026:
Insgesamt würde ich mittlerweile sagen, die Sozionik selbst interessiert mich nicht mehr ganz so stark wie im Jahr 2015. Ich schreibe seit längerer Zeit an zwei verschiedenen Artikeln, aber ein Teil von mir möchte sich von der Theorie trennen, da sie zwar intellektuell interessant ist, aber in meinen Augen zu viele Fehler beinhaltet. Ich glaube, über die Jahre haben einfach zu viele Forscher zu viele Aspekte eingeführt, die empirisch gesehen wenig Sinn ergeben. Die größten Probleme habe ich persönlich mit der mangelnden Beweislage von vielen typologischen Behauptungen, die vage genug sind, um auf spezifische Personen zuzutreffen, aber eben oft nicht für alle Menschen eines Typs gelten. 16 Typen sind wahrscheinlich zu wenig, um acht Milliarden Menschen akkurat oder detailgenau zu erfassen. Man kann eigentlich gar keine detaillierten Beschreibungen erstellen, da sie sich in der Realität unweigerlich widersprechen werden. Die Typen sollten in meinen Augen nur als sehr breite Kategorien verstanden werden, also als eine Art „Schicht“, die unabhängig von der „Persönlichkeit“ operieren muss, da diese zu stark von unserer sozialen und kulturellen Umgebung sowie unseren konkreten Erfahrungen abhängig ist. Wie viele „Schichten“ der Psyche gibt es dann und könnten sie viel mehr beeinflussen, wie Menschen miteinander interagieren und wie wir uns verstehen? Ich müsste wahrscheinlich eine eigene Theorie erfinden, um Widersprüche zu eliminieren, aber ich frage mich oft, „Will ich das überhaupt?“ Kann man mit einer Typentheorie alle Eventualitäten der menschlichen Psyche abdecken, die sich letztlich immer verändern und anpassen wird?
Mich interessiert aber trotzdem noch die introvertierte Intuition (Ni), die in der Sozionik als Zeitintuition beschrieben wird. Ursprünglich hat Carl Gustav Jung sie als Wahrnehmungsfunktion gesehen, die innere Bilder, Visionen und Informationen im Unterbewusstsein erzeugt, Potenziale erkennt und erahnen kann, wie sich die Dinge in der Zukunft entwickeln. Er bringt sie mit der Wahrnehmung von Künstlern, Visionären und Mystikern in Verbindung. Ich frage mich sehr, wie diese „Funktion“ unsere Art zu leben beeinflusst haben könnte. Wenn sie wirklich mit der Wahrnehmung von Prozessen über die Zeit hinaus in Verbindung steht, könnte dann nicht die Landwirtschaft, die vor 10.000 Jahren entstand und Nahrung für den Menschen „in die Zukunft“ verschob (heute säen, später ernten), mit der Zeitintuition entstanden sein? Unsere derzeitige globale Zivilisation, die nach dem Zweiten Weltkrieg geschaffen wurde, besteht in vielen Teilen aus Abstraktionen. Sind das Internet, Geld und Börsen, akademische Institutionen (heute lernen, morgen arbeiten) abstrakte, subjektive oder symbolische Konzepte, die durch die Zeitintuition entstanden sind, um unsere Gesellschaft zu organisieren? Könnten dann nicht sogar Sprache und Schrift als abstrakte Konzepte durch diese Art der Wahrnehmung entstanden sein? Wenn die introvertierte Intuition, wie Jung behauptet, eng mit Symbolen zusammenhängt, gehören dann nicht auch konkrete Dinge wie z.B. Schilder, Landkarten, Flaggen oder religiöse Zeichen dazu? Wenn sie Archetypen wahrnimmt, ist dann nicht vielleicht die Wahrnehmung von Persönlichkeitsmerkmalen selbst mit dieser Funktion verbunden? Und wenn sie mit inneren Bildern zusammenhängt, kann sie sich dann nicht komplett in imaginären Welten verlieren oder sie für andere erschaffen? Werden Religionen vielleicht durch diesen Aspekt der menschlichen Psyche kreiert? Könnten Großstädte voll von Menschen mit entwickelter introvertierter Intuition sein, die wie Motten zum Licht auf der Suche nach Potenzial dort hingezogen werden, weil dort der größte Raum an Abstraktion und Möglichkeiten zu finden ist? Sind Kredite und Schulden nicht auch eine Form von abstrakten Versprechungen für die Zukunft? Hat Jung gar keine Typen, sondern nur Untertypen von wenigen Typen identifiziert, die sich zu seinen esoterischen Ideen hingezogen fühlten? Sind Typen vielleicht eher ein Cluster von Persönlichkeitscharakteristika, die sich ab einem gewissen Grad in einem beobachtbaren Rahmen verfestigen?
Ich frage mich persönlich seit Jahren, ob die Zeitintuition nicht mit Perfektionismus und repetitiven Verhaltensweisen, der subjektiven Suche nach „Wahrheit“ und einem Fokus auf Träume, Erinnerungen und „Hoffnung“ zusammenhängt, die wie mit einem Tunnelblick verfolgt werden, sodass sich selbst Menschen mit dem gleichen Typ stark unterscheiden, je nachdem, was sie wie priorisieren. Auf dieser Seite habe ich mittlerweile fast alle kulturellen Figuren unserer Zeit als IEI typisiert. Auch wenn diese Vermutung eher auf abstrakten Mustern basiert, frage ich mich, welche kognitive Struktur außergewöhnliche Leistung überhaupt möglich macht. Meiner Meinung nach ist es in vielerlei Hinsicht obsessives und repetitives Verhalten. Diese Beobachtung könnte man auch unabhängig von der Typologie beurteilen. Es ist egal, über welches Feld man sich Gedanken macht, ob in der Kunst, der Wissenschaft, im Sport oder in anderen Feldern: Um in vielen Bereichen wirklich außergewöhnlich zu sein, braucht man neben Talent eben oft auch eine obsessive Tendenz und Toleranz für Wiederholung und eine Bereitschaft, für minimale Verbesserungen die gleichen Prozesse immer wieder zu perfektionieren, bis sie sich so selbstverständlich wie das Atmen anfühlen. Gleichzeitig braucht man auch eine Menge Opferbereitschaft, was interessanterweise an den viktimen Stil in der Sozionik erinnert, da man ein gewöhnliches Leben aufgibt, um sich ganz seinen Überzeugungen zu widmen. Wäre es nicht auch eine passende Charakteristik der Zeitintuition, über längere Zeiträume hinweg erinnert werden zu wollen oder in die Geschichte einzugehen? Für mich stellt sich dazu außerdem die Frage, ob diese Eigenschaften gleichmäßig über alle Menschen oder Typen verteilt sind, oder ob alle außergewöhnlichen Leistungen nicht eben durch wenige Typen oder Subtypen entstehen, die langfristige Spezialisierung und verzögerte Belohnung priorisieren, um sich einen inneren Traum zu erfüllen. Praktisch führt meine Hypothese zu der Annahme, dass Menschen mit bestimmten Typstrukturen in nahezu jedem Hochleistungsbereich und in Feldern mit extremem Einfluss überrepräsentiert sein müssten. Die Gemeinsamkeit aller Personen mit dem gleichen Typ wären dann nicht die Persönlichkeit, politische Überzeugungen oder unterschiedliche Verhältnisse zu Veränderungen, sondern eher ein gemeinsam verbreiteter Wille, Prozesse in einem ausgewählten Interessenbereich akribisch zu perfektionieren und strategisch und langfristig auf ein Ziel hinzuarbeiten, aber die Bereiche selbst können sich subjektiv von Person zu Person unterscheiden. Wie beeinflusst dabei dann die unterschiedliche Wahrnehmung der Zeit unsere Interaktionen mit Menschen? Für die progressive Person ist ein bestehender Zustand zum Beispiel in der Regel veränderbar, für die konservative Person sollten bestehende Institutionen lieber nicht verändert werden. Können beide Perspektiven innerhalb eines Typs existieren, oder sind sie exklusiv bestimmten Typen vorbehalten? Was passiert, wenn eine Version eines Typs eine sensible Poetin ist und eine andere Version des gleichen Typs ein konservativer Unternehmer? Oder sind alle Poeten und Unternehmer einfach der gleiche Typ? Für mich macht Letzteres in Anbetracht der großen Anzahl an Variationen wenig Sinn, und wenn dem doch so wäre, wozu braucht man dann überhaupt einen „Typ“, wenn man bereits etablierte Begriffe für existierende Archetypen besitzt?
Für mich gibt es noch eine weitere besondere Dynamik: fossile Brennstoffe. Physisch gesehen sind sie nichts weiter als alte Biomasse wie Algen, Plankton oder Landpflanzen, die ursprünglich durch Photosynthese Sonnenenergie speicherten und über Millionen von Jahren in Öl, Gas und Kohle umgewandelt wurden. Diese endliche Energie wurde dann vor allem seit Ende des Zweiten Weltkriegs dazu genutzt, um unsere Lebensweise im 21. Jahrhundert zu erschaffen. In gewisser Weise sind sie „komprimierte Zeit“, da sie eine sehr lange Zeit gebraucht haben, um zu entstehen und dann explosionsartig über einen Zeitraum von ca. 80 Jahren durch Maschinen entfesselt wurden. Sie werden manchmal als „uralte Sonnenlichtenergie“ beschrieben, funktionieren für mich aber erstaunlich gut als abstrakte und ausgelagerte Form der Willenssensorik (Se), da sie den konkreten Aspekt unserer Realität für viele Menschen ersetzen können. Inwieweit hat diese einmalige Energiereserve unsere kognitiven und geistigen Prioritäten bestimmt und beeinflusst? Denken wir Dinge aufgrund unseres Typs, oder weil wir derzeit genug Energie haben, um über etwas anderes als die konkrete Realität nachzudenken? Was passiert, wenn Öl und Gas in der zweiten Hälfte des 21. Jahrhunderts aufgrund des EROI-Verfalls fossiler Brennstoffe zu teuer und energieintensiv werden, um für unsere Zivilisation nutzbar zu sein und unser Leben dadurch unausweichlich einfacher und lokaler werden wird, weil erneuerbare Energien nicht annähernd eine ähnliche Energiedichte besitzen? Werden unsere Gedanken und Prioritäten dann noch ähnlich sein, oder ist Abstraktion selbst eine energieintensive Anomalie und nicht „Intuition“ selbst? Bis zu welchem Grad ist gedankliche Komplexität eine eigene Entscheidung? Ich frage mich, wenn IEI traumähnliche Realitäten erzeugen, ob unsere derzeitige Art zu leben nicht genau das ist: Eine durch fossile Brennstoffe erschaffene temporäre Illusion, die uns für eine kurze Zeit glauben ließ, Energie sei Hintergrundrauschen und unendliches Wachstum vereinbar mit der physischen Realität.
Über diese Fragen denke ich viel nach.